Wieweit überlegen Kunden noch?
Geschehen diesen Samstag Nachmittag. Es wird NICHT! übertrieben:
Protagonisten:
- Kundenpärchen: in den 50er, eher alternativ gekleidet, wirken gebildet (Betonung liegt auf „wirken“)
- Verkäufer (VK): erfahren und sehr emphatisch, hat bereits vieles Erlebt und versucht stets vom „Nichtwissen“ des Kunden auszugehen
- Regalgestell gefüllt mit verschiedenen „Tesa-Bänder“
Pärchen steht vor dem Klebstoffregal und hat 2 verschiedene Tesa-Bänder in der Hand (siehe Fotos):
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Szene:
VK (gut gelaunt): „Ich sehe Ihnen an, dass Sie Fragen haben. Kann ich Ihnen da unterstützend zur Seite stehen?“
Mann (etwas verwirrten Eindruck machend): „Sicher. Wir haben hier eine Frage zu den Tesa-Bändern. Warum ist sind hier lediglich 10m drauf?“
VK (kurz verwirrt): „Das sind die kleinen Rollen, die auch in die kleinen Spender passen.“
Frau: „Ahha! Gibt’s die nicht noch weniger breit?“
VK (hat Verständnis für die Frage): „Nein, leider nicht. 19mm ist eine Normgrösse. Es gibt lediglich breitere Bänder.“
Frau: „Och, wie schade. Ich brauche diese aber nicht so breit, könnten Sie mir die zuschneiden?“
VK (in Gedanken: jaaa, genau! wir rollen einfach alles ab und nehmen eine Schere!): „Das geht leider nicht. Die sind vom Werk aus so zugeschnitten.“
Mann (verdutzt schauend): „Haben Sie denn keine passende Maschine dazu?“
VK: „Wir machen ja fast alles für unsere Kundschaft, aber eine solch teure Maschine für die paar Kunden können wir uns nicht leisten.“
Frau: „Ja nu, nicht tragisch.“ Zeigt auf die andere Packung mit den grossen Rollen. „Können Sie diese denn trennen?“
VK (denkt sich: ich muss mich gerade verhört haben): Wir haben hier eine 2er Packung, falls Ihnen die Menge zu viel ist. Aber Abrollen und Halbieren geht leider auch hier nicht.“
Frau: „Schade.“ Nimmt die beiden Pack in die Hand und schaut sich die Rollen an. „Aber warum ist denn dieses Pack mit mehr Band auf der Rolle dunkler, wie das andere?“
VK: „…“ betretenes Schweigen. Blick: 
Mann: „Da ist mehr drauf mein Schatz. Es könnte deswegen sein.“
VK (hat wieder etwas die Fassung gefunden): „Das liegt am Licht, dass nicht mehr durch alle Schichten kommt. Abgerollt erkennen Sie keinen Unterschied mehr.“
Frau: „Ok. Dann nehme ich lieber das günstigere. Haben Sie noch das Crystal in schwarz?“
VK (schnallt den Produktwechsel und ignoriert die Falschaussage): „Sicher, wir hätten hier schwarzes Gewebeband, oder …“
Mann (in’s Wort fallend): „Wissen Sie, wir brauchen das um Röntgenbilder zu verbinden, darum darf es nicht zu breit sein.“
VK (was ist denn das nun für eine Nutzlose Information??): „Ahh. Sie können auch kleine Stücke nehmen, oder das Band längs trennen; als Gewebeband ist das kein Problem.“
Frau (greift das breitere Gewebeband): „Und das hier?“
VK: „Das ist doppelt so breit.“ (welche Pilze haben die denn eingeworfen?)
Mann: „Schatz, das nehmen wir nicht.“
VK (hält Isolierband entgegen): „Das Isolierband würde ja auch gehen. Ist darüber hinaus lediglich 1cm breit.“
Frau (entrüstet): „Nein! Das geht ja überhaupt nicht! Gummiertes geht gar nicht!“
VK (Gewebeband ist ja nicht gummiert, neeein, gar nicht…): „Mehr kann ich Ihnen leider auch nicht zeigen. Ich lasse Sie nun also selber entscheiden welches Produkt Ihnen am ehesten zuspricht.“
Schlussworte:
Der erste Eindruck kann schon ganz schön von der Realität abweichen. Das Paar machte einen äusserst gebildeten und gepflegten Eindruck. Ich schimpfe mich eigentlich als guten Menschenkenner.
Was diese zwei durchaus sehr netten Menschen mir jedoch boten ist kaum zu glauben. Ich selber würde an der Wahrheit hierzu zweifeln. Ich bin sogar soweit, mich zu fragen, ob nicht ich es war der Pilze eingeworfen hatte. Die 2 anderen Mitarbeiter jedoch, konnten sich kaum halten und schüttelten nur noch den Kopf ob solcher Debilität.
Ich hätte sogar vollstes Verständnis, wenn es sich hier um einen – durchaus gern gesehenen – Besuch des benachbarten Behindertenheimes handeln würde. Aber dies waren ganz offensichtlich 2 Personen um die 50 in vollem Besitze ihres geistigen Verstandes.
Ich kann mir bei besten Willem nicht erklären, was zu einer solchen Kommunikation führen konnte.
Vielleicht sollte ich mir auch mal das Zeugs reinhauen und anschliessend einkaufen gehen.




