Mir ist äusserst bewusst, dass einem eine andere Person sehr gefallen kann. Das hier sogar die Hormone verrückt spielen können, weil einem der/die andere sehr gefällt kann ich auch sehr gut verstehen. Ich habe sogar Verständnis, wenn einem das Kopfkino losgeht.
Was aber gar nicht geht ist die gewünschte körperliche nähe auch physisch zu suchen. Menschen die man gar nicht kennt gleich mit eindeutigen Avancen zu überfallen… Sorry, aber da sollte doch mindestens vorher 5min miteinander gesprochen werden um herauszufinden ob der Partner überhaupt willig ist.
So geschehen letztes Wochenende:
Eine Kundin betritt das Geschäft und ich gehe wie immer auf Sie zu und begrüsse. Ich könne Ihr doch etwas zeigen. Klar, kein Problem, dafür bin ich ja da.
Bereits auf dem Weg – mit ein klein wenig Smalltalk – steht die Dame sehr nahe neben mir und flirtet buchstäblich was das Zeug hält. Beim Produkt angekommen und etwas in den Regalen versteckt geht’s erst richtig los! Armhalten, Anlehnen und zweideutige Andeutungen.
Ich fühle mich zwar wirklich geschmeichelt, versuche jedoch äusserst dezent der netten Dame aus dem Weg zu gehen. Es muss aussehen, als würden wir miteinander Tanzen – oder Jägerin und Gejagter sein.
Am Ende rettet mich die Kassentheke, auf der die nette Dame beinahe liegt.
Man stelle sich das ganze mal andersrum vor: Ich die Frau, sie der Mann. Welchen Aufruhr das ganze verursachen würde!
Wie bereits gesagt, gehört eine gewisse lockerheit und auch ab und zu eine Prise „Flirt“ in ein Verkaufsgespräch. Ein jeder/jede hat so seine favorisierte Kundengruppe, mit denen man es einfacher zu haben scheint. Aber für einige Individuen scheint es, als würden wir hier in der Freizeit unsere Arbeit machen. Als Vorgesetzter insbesondere kann und will ich jedoch eine Grenze zur Arbeit und Privatem für die Kunden ziehen. Diese Grenze kann bewusst hier und da etwas verschwimmen („ach, sie kommen auch von da? Ich wohne in der Region.“) und ist häufig das Sahnehäubchen auf dem Ganzen.
Also liebe Frühlingserwachten: anstelle Aufdringlich und fast belästigend zu wirken, kann auch danach gefragt werden ob man nicht ein Kaffee trinken möchte und so dem Gejagten die Möglichkeit gibt abzulehnen oder sich – bei Zusage – nicht in des Teufels Küche bringt und seinen Job riskiert.

