Schönwetterkunden




Schönwetterkunden

Ein typisches Beispiel was ein typischer Schönwetterkunde für uns Verkäufer ist:

Nach gespürten 4 Wochen Kälte und Regen mit Schnee im Mai waren endlich ein paar schöne Wettertage für das Wochenende vorgesagt.

An der Teambesprechung am Samstag Morgen stellten mein Team und ich uns auf eine eher frequenzschwache Zeit ein. Soll bedeuten wir hatten endlich wieder einmal Zeit den Laden auf Vordermann zu bringen.

07:50: Ladenöffnung und gleich die ersten Kunden mit Anliegen und Problemchen:

Kunde (muffig): „Wo habt ihr Papier?“

MA: „Guten Morgen, was für ein Papier benötigen Sie denn?“

Kunde: „Eines zum Drucken natürlich!“

MA: „Was für eine Qualität soll das Papier haben und mit was für einem Drucker wird denn Gedruckt? Tintenstr…“

Kunde fällt ins Wort: „Geben Sie mir das günstigste Papier.“

MA: „Das steht 2m vor Ihnen. Ist jedoch nur bedingt für Tintenstrahl…“

Kunde ignoriert den MA und holt sich das Papier.

Die zwei anderen Kunden haben ähnliche Wehwehchen:

  1. „Mein Drucker druckt nicht und Ihr seit schuld.“
  2. Als Bürofachhandel: „Wo habt Ihr Fleischthermometer“

Ich erspare Ihnen die Details für ein anderes Mal.

Das gesamte Team tauscht bereits fragende Blicke untereinander aus: „hmm, wird schon nicht den ganzen Tag so weitergehen.“ Leider trifft dies nicht zu.

Anscheinend haben sich die Kunden mit einer neuartigen Krankheit während der letzten trüben Wochen angesteckt: Sonnenphobie

Wir wurden den ganzen Tag in regelmässigen Kundenschüben (als wären Reisecars abgeladen worden) überrannt.

Mittagspause: Braucht keiner; ist eh überbewertet

Kde: „Wo ist denn das andere Personal?“

MA: „Guten Tag. Am Mittagessen; ich bin gleich bei Ihnen.“

Kde: „Ich warte schon seit 10min auf Bedienung!“ Nachdem diese erst vor 10sec. den Laden betreten hatte.

usw…

17:05: Ladenschluss… eigentlich…

Wir wollen alle noch etwas vom ersten schönen Wochenende dieses Jahres geniessen, da läuft uns noch eine 5-köpfige Familie in den laden.

Unsere geübten Adleraugen bemerken sofort:

  1. Sonnenphobie 3-ten Grades
  2. Die Kinder (ca. 5/8/10) sind völlig übermüdet und kaputt vom „Lädele“.
  3. Eltern sind genervt von: den Kindern, dem Wetter, der Parkplatzsuche, dem Verkaufspersonal, der Kuh Rosalinde auf der Schwägerialp welche durch ihre Verdauungsgeräusche eine Fliege aus Burgdorf angelockt hat.

MA: „Können wir noch etwas tun, bevor wir den Laden schliessen?“

Kde: „Jaaa neiiiiin?! Sie schliessen schon???“

MA (noch gut gelaunt): „Ja, da es Samstag ist haben wir nur bis 17:00 Uhr offen. Ausserdem möchten wir das schöne Wetter auch noch was geniessen.“

Kde: „Das gönnen wir Ihnen auch. Jasmine!! Nein!! Fass das nicht an! Haben sie schon Schultheken?“

MA (böses Ahnend): „Ja haben wir, gleich da drüben.“

Ein jeder Verkäufer würden zu diesem Zeitpunkt die Haare zu berge stehen. Die MA macht jedoch aus der Not eine Tugend und lenkt das Gespräch geschickt auf die Kinder (welche nur am quengeln und alles andere am machen sind):

MA: „Da wir sehr viel Wert darauf legen, dass das Kind bei der Auswahl mitentscheidet, empfehle ich Ihnen aus eigener Erfahrung: Kommen Sie doch an einem Vormittag, wenn alle noch frisch und munter sind. Da nehme ich mir auch eine Extraportion Zeit für Sie. Treffen Sie zuhause auch bitte eine Vorauswahl der Möglichkeiten[…]

Nach 10min Bearbeitung sehen die Eltern es doch noch ein, dass es keine gute Idee ist mit Kindern einen ganzen Tag lang einkaufen zu gehen und am Ende dann das wichtigste für das Kind erledigen zu wollen.

Kde: „So, dann gehen wir mal nach Hause Kinder! Und Sie haben ja jetzt auch Feierabend.“

MA macht den grössten Fehler: „Ja, danke für Ihren Besuch, in 30min sind wir dann auch draussen.“

Kde: „Ja, neiiiiin!!! haben Sie denn nicht um 17:00 Feierabend?

MA: „Nein, wir müssen den Laden noch schliessen und die Tagesabrechnung erledigen.“

Kde: „Ja, neiiiiin! sie Arme! Aber wenigstens hatten Sie ja den Morgen frei, oder?“

MA: „Nein leider nicht, aber geniessen Sie das schöne Wetter dieses Wochenende noch. Guten Tag.“

Ein Geschrei von allen 3 Kindern draussen rettet uns ins wohlverdiente Wochenende.

Fazit:

  1. Kunden schalten manchmal das Hirn aus, sobald sie einen Laden betreten
  2. Anstelle das schöne Wetter draussen zu geniessen ist ein ganzer Tag „Lädele“ viiiiiiiel wichtiger.
  3. Verständnis für unsere Arbeitszeiten und den Ladenöffnungen gibt es kaum.
  4. Verkaufen kann ja jeder, ist keine psychische Herausforderung.

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